FAQ „De-minimis-Beihilfe zur Computerspieleentwicklung des Bundes“

Vom 3. Juni 2019 bis zum 30. August 2019 können Anträge für eine „De-minimis-Beihilfe zur Computerspielförderung des Bundes“ beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur eingereicht werden. Eine solche Förderung bedarf aufgrund geringerer Fördersummen keiner Notifizierung durch die EU-Kommission und kann daher schon jetzt eingeführt werden. Im Rahmen des Förderprogramms können pro Unternehmen Mittel bis zu einer Höhe von 200.000 Euro innerhalb von drei Jahren beantragt werden. Später im Jahr folgt die EU-notifizierte Förderung für Games im Rahmen derer eine umfangreichere Förderung möglich sein wird. Auf dieser Seite stellen wir ein umfangreiches FAQ zum Start der De-minimis-Förderung zur Verfügung.

Was bedeutet „De-minimis“? (klick)

Der lateinische Begriff „de minimis“ lässt sich mit „um Kleinigkeiten“ übersetzen. EU-Mitgliedsstaaten können Beihilfen an ein Unternehmen von maximal 200.000 EUR innerhalb von drei Steuerjahren vergeben, die aufgrund ihres vergleichsweise geringen Volumens nicht von der EU genehmigt werden müssen. Beihilfen beziehungsweise Subventionen, die über diese Summe hinaus gehen, bedürfen der Genehmigung durch die Europäische Kommission, da sie sich wettbewerbsverzerrend auswirken können.

Welche Fördermittel zählen dazu? (klick)

Alle nicht EU-notifizierten Beihilfen, die ein Unternehmen in Deutschland erhalten hat (z.B. DCP-Preisgeld der Bundesregierung, einige Länderförderung). Ob eine Förderung unter die De-minimis-Regeln fällt, ist aus den jeweiligen Förderunterlagen ersichtlich.

Wer ist antragsberechtigt? (klick)

Unternehmen, die Spiele und interaktive Inhalte entwickeln und einen Sitz, eine Betriebsstätte oder Niederlassung in Deutschland haben.
 
Nicht antragsberechtigt sind:
Privatpersonen, projektbezogene Gründungen, Unternehmen ohne vollzogene Gründung, gewerbliche Firmen ohne nachweisbaren Umsatz und Gesellschaften bürgerlichen Rechts.

Wie wird gefördert? (klick)

Per nicht rückzahlbarem Zuschuss mit einem Höchstbetrag pro Unternehmen von 200.000 €. Der Anteil der Förderung an der Gesamtfinanzierung (Förderquote) kann je nach Unternehmensgröße zwischen 50 bis 70 Prozent betragen.
 
Die Standardförderquote liegt bei 50 Prozent, kleine Unternehmen (und Start-ups) können 20 Prozent, mittlere Unternehmen einen zusätzlichen Bonus von 10 Prozent erhalten.

Bis wann können Anträge gestellt werden? (klick)

Anträge können vom 03.06.2019 bis zum 30.08.2019 eingereicht werden.

Wo stelle ich den Antrag? (klick)

Über das Förderportal des Bundes: www.foerderportal.bund.de/easyonline

Welche Unternehmen sind „KMU“ (kleine und mittlere Unternehmen)? (klick)

Die Einordnung eines Unternehmens als KMU folgt der von der EU-Kommission angenommenen Empfehlung 2003/361/EG. Weitere Infos dazu unter https://www.foerderinfo.bund.de/de/kmu-definition-der-europaeischen-kommission-972.php

Welche Kosten sind förderfähig? (klick)

Die einen unmittelbaren Projektzusammenhang haben, insbesondere: Personalkosten, Hard- und Software für das Projekt, Kosten des Entwicklungsstudios (Mietkosten, Rechtsanwalt, QA, Server-Kosten), Marketingkosten vor Markeinführung (max. 15 Prozent der Gesamtkosten), Namensrechte und Lizenzen, bei Prototypen: Publisher-Pitch-Erstellung.
 
Nicht förderfähig sind: Publisher-Aufgaben, Kosten des Unternehmens (Umfirmierung, Gründung, Standortverlegung), Kosten vor bzw. während der Antragstellung.

Wie funktioniert das Förder-Verfahren? (klick)

Zwei Stufen:
 
Verfahrensstufe 1: Fachliche Prüfung der Projektskizze
(Erreichung der beschriebenen Ziele der Förderrichtlinie, zu erwartende ökonomische Effekte, die Machbarkeit, den Förderbedarf und Alleinstellungsmerkmale, die Expertise des Fördernehmers, der Gesamteindruck der Projektskizze)
 
Verfahrensstufe 2: Förmlicher Förderantrag
(Detaillierte Vorkalkulation und Finanzierungsplan, fachliche Ausführungen in der Vorhabenbeschreibung, Ziele des Projekts, konkreter und ausführlicher Arbeitsplan, Plausibilitätsprüfung, Bonitätsprüfung, zuwendungsrechtliche Zulässigkeit)

Wer entscheidet über die Förderung? Nach welchen Kriterien wird inhaltlich bewertet? (klick)

Die Bewilligungsbehörde ist das BMVI.
 
Die Bewertung erfolgt auf Grundlage der folgenden Kriterien:
• der Beitrag des geplanten Projekts zur Erreichung der Ziele der Förderrichtlinie,
• die zu erwartenden ökonomischen Effekte,
• die Machbarkeit,
• der Förderbedarf und Alleinstellungsmerkmale,
• die Expertise des Fördernehmers,
• die Gesamtqualität der Projektskizze.

Wann darf ich mit der Umsetzung meines Projekts beginnen? (klick)

Nach Bewilligung der Förderung kann mit der Projektumsetzung begonnen werden.

Kann die Förderung mit anderen Fördermitteln kombiniert werden? (klick)

Die Förderung darf mit anderen Fördermitteln kumuliert werden. Die Höchstgrenzen von zulässigen Gesamtfördermitteln müssen jedoch beachtet werden.

Mit welchen Nachweisen kann vor Projektbeginn die Gesamtfinanzierung nachgewiesen werden? (klick)

Ein wichtiger Bestandteil des Antrags ist der Nachweis zur Finanzierung des Eigenanteils im Projekt. Das BMVI ist dazu verpflichtet eine Bonitätsprüfung durchzuführen und benötiget dafür entsprechende geeignete Unterlagen.

Wie lange dürfen die Projekte dauern? (klick)

Die Projekte müssen bis spätestens 30.11.2020 abgeschlossen sein.

Wird so auch die „große Richtlinie“ aussehen? (klick)

Nein. Die „große Richtlinie“ der Bundesförderung muss von der Europäischen Kommission notifiziert werden. Die Kriterien werden innerhalb eines „Kulturtests“ ermittelt.

Wenn ich eine De-minimis-Förderung beantrage, darf ich mit dem gleichen Projekt später auch Unterstützung aus der „großen Richtlinie“ beantragen? (klick)

Wenn zunächst die Projektphase „Prototyp“ gefördert wurde, darf später die eigentliche Produktion des Spiels beantragt werden. Eine Doppelförderung der gleichen Projektphase ist nicht möglich, wohl aber eine Weiterentwicklung.
Ina Göring
Referentin Förderung
+49 30 240 87 79 0