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  SAE Institute

SAE Institute: Diversität in der Games-Ausbildung

Interview mit Willi Wöber, HR Manager Region GSA

 

Das SAE Institute ist heute in 28 Ländern vertreten. Allein die rund 400 Studierenden am Campus Berlin stammen aus 60 Nationen. Welche Rolle spielt Diversität heute im Bereich der Bildung?

Diversity hat bei SAE immer schon eine Rolle gespielt, weil wir sie immer schon gelebt haben. Bereits seit den 80er Jahren gab es Standorte in Europa mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unterschiedlichster Nationalitäten, Religionen und Weltanschauungen. Das hat sich bis heute nicht geändert und spiegelt sich auch bei unseren Studierenden so wider.

Diversität gewinnt mehr denn je an Bedeutung für unsere Arbeit in der Bildung. Wer Diversität nicht lebt, grenzt eine große Zahl an Menschen aus, die ebenso Teil unserer Community an den SAE Standorten sein könnte. Berlin ist nur ein Beispiel für einen Campus, wo Diversität zum Alltag für uns geworden ist.

 

Spielt das Thema Diversität auch in euren Studiengängen eine Rolle und wenn ja, welche?

Diversität zeigt sich bei unseren Studiengängen nicht nur bei Herkunft, Geschlecht und weiterem unserer Studierenden, sondern auch bei der Auswahl unserer Vortragenden. Für uns war und ist die Mischung das Erfolgsrezept. Wenn man bei einem Thema nur die Ansichten einer einzelnen Person hört, bleibt viel Wissen auf der Strecke. Deshalb gibt es bei uns eine Vielzahl von Personen, die ihre Erfahrungen, Eindrücke und auch persönlichen Meinungen an unsere Studierenden weitergeben.

 

Welche Verantwortung übernehmt ihr als Bildungseinrichtung für das Thema Diversität?

Fairness stellt die Grundlage für unsere Entscheidungen dar. Wenn es beispielsweise um das Thema Gehalt geht, gibt es keine Unterschiede. Wir haben schon vor einiger Zeit eine sogenannte Einstiegsmatrix entwickelt, die allen Angestellten eine faire Bezahlung in Abhängigkeit ihrer Qualifikation und Erfahrung ermöglichen soll. Ob es sich dabei beispielsweise um eine Frau oder einen Mann handelt, ist für uns völlig egal. Diese Einstellung überträgt sich auf unsere Angestellten und das überträgt sich am Ende auch auf unsere Studierenden.

 

Bietet das SAE Institute barrierefreie Studienangebote an und wenn ja, wie sehen diese aus?

Im Grunde sehen wir keine Barrieren bei unserem Studienangebot vor, jedoch können vor allem körperliche Einschränkungen bei unseren Studierenden ein Grund dafür sein, dass es keinen Sinn macht, bei uns zu studieren. Die Arbeit mit der Filmkamera erfordert zum Beispiel gewisse körperliche Fähigkeiten, die Arbeit im Tonstudio setzt ein gewisses Gehör voraus und Ähnliches. Natürlich könnten und dürften Studierende mit entsprechenden Beeinträchtigungen bei uns trotzdem studieren, wir würden ihnen aber die Problemfelder aufzeigen und in bestimmten Fällen aus Fairness-Gründen auch davon abraten.

 

Wie kommt es, dass zu Beginn des Studiums die Verteilung der Geschlechter in den Games-spezifischen Studiengängen fast gleich ist, aber in der Games-Branche nur 27 Prozent Frauen arbeiten?

Wir sehen hier durchaus eine Entwicklung in der Games-Branche. Vor einigen Jahren war die Verteilung der Geschlechter auch in unseren Studiengängen noch anders. Wir haben sicherlich dazu beigetragen, allen Interessierten einen Weg in die Games-Branche zu eröffnen. In den kommenden Jahren wird sich der Prozentsatz der Frauen in der Games-Branche noch deutlich nach oben entwickeln und wir werden versuchen, diese Entwicklung entsprechend zu unterstützen.

 

Wie kann erreicht werden, dass mehr Frauen den Weg vom Studium in die Games-Branche finden?

Der erste Schritt ist sicher, dass in der Gesellschaft ein Umdenken stattfinden muss. Stereotype Berufsbilder begleiten uns noch viel zu häufig. Das moderne Arbeitsumfeld der Games-Branche ist da sicher schon einen Schritt weiter, aber der Rest der Gesellschaft muss dies ebenso noch lernen und akzeptieren.

Wenn man heute mit Eltern spricht, die überlegen, ihre Tochter bei SAE studieren zu lassen, merkt man den Generationsunterschied manchmal noch sehr stark. Hier ist also auch unsererseits weiterhin viel Aufklärungsarbeit nötig und wir müssen auch konstant weiter daran arbeiten, den jungen Frauen und Mädchen zu erzählen, dass es uns gibt und dass da draußen ein ganz spannendes Arbeitsfeld auf sie wartet.

Die Entwicklungen im Bereich eSports und Ähnlichem helfen uns bei dieser Arbeit natürlich, auch wenn sie von vielen Menschen noch belächelt werden.