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  Wooga

Wooga: Diversität in der Unternehmenskultur

Interview mit Maike Steinweller, Head of Communications

 

Wie viele Nationen sind bei euch im Wooga-Team vertreten und war das Team von Anfang an so bunt gemischt?

Aktuell arbeiten bei Wooga Menschen aus über 40 verschiedenen Nationen. Globales Denken war Maßgabe von Tag 1. So ist beispielsweise ebenfalls bereits seit dem ersten Tag Englisch unsere Unternehmenssprache und nicht Deutsch, obwohl damals der Anteil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Deutschland noch deutlich überwogen hat. Heute sind die internationalen Kolleginnen und Kollegen in der Überzahl, aus Deutschland stammen noch rund 40 Prozent unserer Belegschaft.

 

Wie fördert ihr bei euch eine diverse Unternehmenskultur ganz konkret?

Wir glauben, dass wir nur gemeinsam wirklich etwas bewegen können für eine diversere Games-Branche, sowohl auf professioneller Ebene als auch in den Spielen und der Gamer-Szene. Als Teams innerhalb der Unternehmen, aber auch firmenübergreifend innerhalb der ganzen Branche. Diversität ist bekanntlich mehr als nur die Aufstellung eines internationalen Teams, die Förderung von Frauen oder der LGBT+ Community eine Stimme zu geben. Das bedeutet, hier muss auf vielen verschiedenen Ebenen gleichzeitig etwas passieren. Bei Wooga heißt das konkret, dass der nötige Gestaltungsspielraum gewährt wird. Sei es für die branchenweiten „Gaymers Nights“, zu denen unsere interne LGBT+ Gruppe seit zwei Jahren alle Interessierten regelmäßig einlädt, oder auch die Entwicklung queerer Charaktere in unseren Spielen. Eine Kultur der Offenheit, in der jede Stimme Gehör findet und jeder sich traut, Ideen und Gedanken auszusprechen, ist eine wichtige Grundlage. Weiterhin liegt es uns am Herzen, diese Offenheit auch über die Grenzen von Wooga hinaus zu propagieren und dafür zu kämpfen, dass wir alle gemeinsam daran arbeiten, die Branche zu einem Safe Space für alle Beteiligten zu machen.

 

Wie ist das Verhältnis zwischen dem, was Unternehmensvorgaben sind, und dem, was das Team selbst einbringt?

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass der Großteil solcher Initiativen aus dem Team kommen muss, damit sie ihre wahre Wirkung zeigen können. Von Unternehmensseite kommen bei Wooga vor allem der nötige Gestaltungsspielraum, das aktive Vorleben einer toleranten Unternehmenskultur sowie einige grundsätzliche Regeln, die wir in unserem Code of Conduct festgehalten haben. Außerdem hat sich unsere Personalabteilung auf die Fahnen geschrieben, die Diversität innerhalb Woogas zu verbessern, und hier vor allem darauf geschaut, wie wir den Anteil der Frauen in den Teams und in Führungspositionen steigern können. Das hatte einige Maßnahmen vor allem beim Recruiting zur Folge, die umgesetzt wurden und nun ihre Wirkung zeigen.

 

Was hat sich bei Wooga durch diese Maßnahmen geändert?

Vor allem was die Erhöhung des Frauenanteils bei Wooga angeht, haben wir in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Während wir 2016 knapp 30 Prozent Frauen bei uns hatten, sind es heute, drei Jahre später, schon knapp 40 Prozent; auch bei den weiblichen Führungskräften können wir dabei einen Anstieg verzeichnen. 2019 haben wir bisher ein fast ausgeglichenes Geschlechterverhältnis bei den Neueinstellungen, so dass wir überzeugt sind, mit unseren Maßnahmen in diesem Bereich auf dem richtigen Weg zu sein.

 

Gibt es ein ganz konkretes Erlebnis, das deutlich macht, worin die Vorteile bei so einem Engagement liegen?

Der spürbare Effekt unseres Diversity-Engagements ist das Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die damit verbundene hohe Mitarbeiterbindung. Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einzustellen, ist kostspielig, ganz besonders bei einem solch internationalen Team – daher wirken sich unsere Bemühungen um Vielfalt auch unmittelbar auf unser Ergebnis aus.

Dank unserer monatlichen Mitarbeiterbefragung wissen wir, dass die Werte der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit den Werten von Wooga in Einklang stehen und unsere Teammitglieder Wooga als offenen und integrativen Ort schätzen. Und auch das Beispiel unserer LGBT+ Gruppe zeigt, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wissen, wie sie Wooga aktiv mitgestalten können. Eine Kultur der Vielfalt fördert mehr Vielfalt und wir haben den Ruf, ein offener Ort zu sein, an dem Menschen sämtlicher Couleur zusammenkommen und zusammenarbeiten. Ein vielfältiges Team zieht vielfältige Bewerberinnen und Bewerber an.

 

Welche Tipps könnt ihr Unternehmen mit auf den Weg geben, wenn es um das Thema Diversität in der Unternehmenskultur geht?

Es ist wichtig, dass gewünschtes Verhalten von oben vorgelebt wird. Engagierte Angestellte zu haben, die sich leidenschaftlich dafür einsetzen, dass sich etwas ändert, ist großartig. Gebt diesen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern den Spielraum und die Ressourcen, um etwas bewegen zu können.