02 Markt für Computer- und Videospiele in Deutschland

Rund 9,4 Milliarden Euro wurden auf dem deutschen Games-Markt 2024 mit Games, Spiele-Hardware und Online-Gaming-Services umgesetzt. Im Vorjahresvergleich ist das ein Minus von 6 Prozent. Damit legte der Markt hierzulande eine Wachstumspause ein.

Der deutsche Games-Markt bleibt weiterhin der größte in Europa und weltweit die Nummer fünf.

Das verlangsamte Wachstum 2024 folgt auf eine insgesamt starke Entwicklung in den vergangenen Jahren: Allein seit 2019 ist der Umsatz am Games-Markt um über 50 Prozent gewachsen. Damit hat der deutsche Games-Markt eine neue Größe erreicht und sich zum größten Markt in Europa und fünftgrößten weltweit entwickelt.

Mit Spielen für PC, Konsole und Mobilgeräte wurde 2024 ein Umsatz von 5,5 Milliarden Euro generiert. Das sind 6 Prozent weniger als im Vorjahr. Besonders stark fiel der Rückgang beim Kauf von Spielen aus. Hier ging der Umsatz um 17 Prozent auf 921 Millionen Euro zurück. Einer der Gründe: Im Vergleich zum Jahr 2023, in dem zahlreiche Blockbuster-Titel erschienen, gab es 2024 weniger große Spiele-Veröffentlichungen. Mit In-Game- und In-App-Käufen wurden 2024 in Deutschland rund 4,6 Milliarden Euro umgesetzt. Dieser Teilmarkt verzeichnete einen Rückgang um lediglich 3 Prozent, nachdem er in den vergangenen Jahren insgesamt stark gewachsen war. Ob kostenfreier Free-to-Play-Titel oder Vollpreisspiel: Immer mehr Games bieten zusätzliche Inhalte an. Das Angebot ist dabei sehr unterschiedlich und reicht von sogenannten Skins, die das Aussehen der eigenen Spielfigur verändern können, über Season Passes, die über mehrere Wochen Inhalte zum Freispielen anbieten, bis hin zu kompletten Erweiterungen mit neuen Kampagnen oder Missionen. In-Game-Käufe erlauben es einerseits den Gamerinnen und Gamern, ihr Spielerlebnis zu individualisieren oder zu erweitern. Andererseits stellt das Geschäftsmodell der In-Game-Käufe für die Games-Unternehmen eine wichtige Einnahmequelle dar, auch um das wirtschaftliche Risiko durch die in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Entwicklungskosten zu verringern und weitere Projekte entwickeln zu können.

Ein großer Teil des Umsatzes mit Games in Deutschland entfiel 2024 auf Spiele-Apps für Smartphone und Tablet.

Ein großer Teil des Umsatzes mit Games in Deutschland entfiel 2024 auf Spiele-Apps für Smartphone und Tablet. Dabei stieg der Umsatz mit Mobile Games hierzulande erstmals auf 3 Milliarden Euro. Das Spielen auf dem Smartphone und Tablet erreicht damit ein neues Hoch und setzt seinen Erfolgskurs der vergangenen Jahre fort. Denn seit 2019 ist der Markt für Spiele-Apps in Deutschland um 63 Prozent gewachsen. Insbesondere die große Zugänglichkeit und Spiele-Vielfalt haben die Umsätze stark steigen lassen. Dabei basieren nahezu alle Mobile Games auf dem Free-to-Play-Prinzip. Bei diesem Modell sind Spiele-Apps kostenlos für alle zugänglich. Weitere Inhalte wie Level oder kosmetische Gegenstände können in Form von In-App-Käufen freiwillig zusätzlich erworben werden. Zudem bietet der Mobile-Games-Markt eine breite Auswahl an Spielen für Gelegenheitsspielende und erfahrene Gamerinnen und Gamer gleichermaßen – von komplexen und technisch anspruchsvolleren Spielen bis hin zu E-Sport-Titeln.

Mit Games für Spielekonsolen wurden rund 1,9 Milliarden Euro erzielt. Den drittgrößten Umsatz mit rund 1,5 Milliarden Euro erzielen Games für den PC. Mit Blick auf die Geschäftsmodelle unterscheidet sich das Ausgabeverhalten auf den Spiele-Plattformen. So entfallen 98 Prozent des Umsatzes mit Games für Smartphone und Tablet auf In-App-Käufe. Der größte Umsatz auf der Konsole wird hingegen mit 38 Prozent durch Online-Gaming-Services generiert, die inzwischen auf jeder Konsole abonniert werden können. Mehr als ein Drittel des Umsatzes auf der Konsole wird mit dem Kauf einzelner Spiele generiert. Rund 70 Prozent des Umsatzes mit PC-Spielen wird mit In-Game-Käufen und knapp ein Fünftel mit Game-Käufen erzielt.

Der Teilmarkt mit Online-Gaming-Services wuchs auf 965 Millionen Euro. Das ist ein Anstieg von 12 Prozent im Vorjahresvergleich. Hierzu gehören beispielsweise kostenpflichtige Abo-Dienste für PC, Spielekonsolen und Mobilgeräte, die Zugang zu einer großen Spiele-Auswahl geben, das Spielen in der Cloud oder Funktionen wie Online-Multiplayer und das Speichern von Spielständen in der Cloud ermöglichen. Wie groß das Interesse an solchen Online-Diensten ist, zeigt die Entwicklung in den vergangenen fünf Jahren: Seit 2019, als noch 461 Millionen Euro umgesetzt wurden, hat sich der Umsatz mehr als verdoppelt.

Seit 2019 hat sich der Umsatz mit Online-Gaming-Services mehr als verdoppelt.

Dabei nutzen rund ein Viertel der Spielenden in Deutschland ab 16 Jahren bereits heute ein oder mehrere Abo-Dienste parallel. Zu den Gründen zählt für die Mehrheit etwa die Möglichkeit, neue Spiele auszuprobieren. So sagen rund 8 von 10 Spielenden, die bereits Abos nutzen, dass sie damit häufiger Spiele ausprobieren. Rund 79 Prozent haben auch schon Spiele über die Abo-Dienste entdeckt, auf die sie ansonsten nicht gekommen wären, und rund drei Viertel der Abo-Nutzerinnen und -Nutzer haben sich Spiele gekauft, die sie zuvor im Abo entdeckt haben.

Der Umsatz mit Games-Hardware ging 2024 insgesamt um 10 Prozent auf rund 2,9 Milliarden Euro zurück. Den größten Rückgang gab es bei Spielekonsolen. Hier wurden 807 Millionen Euro und damit 26 Prozent weniger als noch vor einem Jahr umgesetzt. Einer der Gründe: Nachdem viele Modelle der aktuellen Konsolen-Generation über Jahre nicht durchgängig im Handel verfügbar waren, waren sie 2023 erstmals dauerhaft erhältlich. Viele Spielerinnen und Spieler griffen daher zu und es kam zu Nachholeffekten, worauf sich die Nachfrage im Folgejahr 2024 normalisiert hat. Der Umsatz mit Zubehör für Spielekonsolen stieg hingegen um 6 Prozent auf 391 Millionen Euro, was diese Effekte noch einmal mehr aufzeigt. Der Markt für Spiele-PCs und -Laptops entwickelte sich stabil: Mit ihnen wurden 540 Millionen Euro umgesetzt und damit 1 Prozent weniger als noch 2023. Etwas schlechter sieht die Entwicklung beim Zubehör für Spiele-PCs aus, wozu spezielle Eingabegeräte ebenso gehören wie Grafikkarten und Co.: Hier ging der Umsatz um 4 Prozent auf rund 1,2 Milliarden Euro zurück.

7 von 10 Games für PC und Konsole werden in Deutschland als Download gekauft. Damit machte der Download-Anteil 2024 einen großen Sprung um 8 Prozentpunkte von 60 auf erstmals 68 Prozent. Knapp ein Drittel der Spiele wird hierzulande auf Datenträgern erworben. Vor allem bei den PC-Spielerinnen und -Spielern hat sich der Download-Kauf inzwischen zum beliebtesten Weg entwickelt, Spiele zu erwerben: Mit rund 99 Prozent wird nahezu jedes Spiel für den PC als Download gekauft. Beim Kauf von Konsolenspielen hingegen wird mehrheitlich auf Datenträger gesetzt. Zwar stieg auch hier der Anteil der Download-Käufe von 40 Prozent im Jahr 2023 auf 44 Prozent 2024. Doch mehr als die Hälfte der Konsolenspiele (56 Prozent) wird auf Datenträgern erworben. Der starke Anstieg der Download-Anteile kann unter anderem auf den „Digital only“-Trend der vergangenen Jahre zurückgeführt werden. So erscheinen immer mehr Blockbuster-Titel zunächst oder exklusiv als reine Digitalversionen und Indie- sowie Early-Access-Spiele werden häufig fast ausschließlich digital vertrieben.

Ob Spiele auf Datenträger oder als Download gekauft werden, ist nicht nur eine Frage der Spiele-Plattform, sondern auch des Alters der Spielerinnen und Spieler. So ist der Download-Kauf in Deutschland besonders verbreitet in der Altersklasse 20 bis 29 Jahre. Die Spielenden in diesem Alter kaufen dabei mehr als drei Viertel ihrer Games für den PC oder die Konsole als Download. Der Datenträger ist hingegen vor allem bei den Älteren ein bevorzugter Weg, Spiele zu erwerben. So kaufen die 50- bis 59-jährigen Gamerinnen und Gamer nahezu die Hälfte ihrer PC- oder Konsolenspiele auf Datenträger.

Ob Spiele auf Datenträger oder als Download gekauft werden, ist nicht nur eine Frage der Spiele-Plattform, sondern auch des Alters der Spielerinnen und Spieler.

Nach Jahren des starken Wachstums hat der deutsche Games-Markt 2024 eine Pause eingelegt. Einzelne Marktsegmente wie Online-Gaming-Services entwickeln sich weiterhin sehr dynamisch. Zusammen mit weiteren Impulsen wie neuen Spielekonsolen und Blockbuster-Titeln, die für die nahe Zukunft angekündigt sind, dürfte es sich bei dem Umsatzrückgang 2024 noch um eine kurzfristige Entwicklung handeln.