Interview

Juliane Müller zur Studie Die Games-Branche in Deutschland 2025

Juliane Müller

Geschäftsführerin bei Goldmedia

F: Was wurde in der Studie „Die Games-Branche in Deutschland 2025“ genau untersucht?

Untersucht wurde die Games-Branche in Deutschland in ihrer ganzen Breite: von Unternehmensstruktur, Umsatz, Beschäftigung und Gehältern über Entwicklung und Publishing bis hin zu Förderung, internationalem Wettbewerb sowie Innovations- und Spillover-Effekten. Im Fokus stand dabei insbesondere die Frage, wie stark Deutschland als Produktionsstandort ausgeprägt ist und welche Rolle die staatliche Förderung für die Entwicklung der Branche spielt. Darüber hinaus wurden zentrale Marktmechanismen, Unternehmensstrukturen sowie die Einbettung der Branche in internationale Entwicklungen analysiert.

F: Was sind die wichtigsten Ergebnisse?

Insgesamt zeigt sich eine dynamisch wachsende, zugleich aber strukturell herausgeforderte Branche. Der Umsatz der deutschen Games-Unternehmen im erweiterten Kernmarkt, zu dem Entwickler, Publisher und Games-spezifische Dienstleister gehören, liegt bei rund 3,7 Milliarden Euro (2024) bei steigender Beschäftigung auf rund 14.800 Erwerbstätige (2024). Gleichzeitig bleibt die Branche kleinteilig: Über drei Viertel der Unternehmen haben weniger als zehn Beschäftigte.

Auffällig ist die Diskrepanz zwischen der Bedeutung Deutschlands als Absatzmarkt und der inländischen Spiele-Entwicklung: Deutschland zählt zu den größten Märkten weltweit (Platz 5), während der Anteil deutscher Produktionen am heimischen Umsatz mit rund 5,5 Prozent weiterhin gering ist.

Hinzu kommt eine strukturelle Besonderheit der Branche: Ein großer Teil der Unternehmen ist unabhängig, während größere Studios häufig Teil internationaler Konzernstrukturen sind. Gleichzeitig signalisieren ein steigendes durchschnittliches Unternehmensalter sowie wachsende Beschäftigtenzahlen eine zunehmende Professionalisierung der Branche. Parallel dazu gewinnen auch Games-bezogene Dienstleistungen an Bedeutung: Deren Anzahl hat sich seit 2018 mehr als verdoppelt, was die wachsende Rolle spezialisierter Leistungen im Ökosystem von Games unterstreicht.

Die Studie belegt zudem, dass die staatliche Games-Förderung ein zentraler Treiber für Wachstum und Standortentwicklung ist. Sie ermöglicht zusätzliche Projekte, erhöht die Produktionsqualität und stärkt die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen.

F: Was sagt die Studie über die Zukunft der Games-Branche in Deutschland aus?

Die deutsche Games-Branche befindet sich an einem Wendepunkt. Einerseits bestehen erhebliche Entwicklungspotenziale: Die Branche wächst, professionalisiert sich und profitiert von technologischen Entwicklungen wie Künstlicher Intelligenz sowie neuen Geschäftsmodellen wie Games as a Service.

Untersucht wurde die Games-Branche in Deutschland in ihrer ganzen Breite.

Andererseits bleibt die internationale Konkurrenz intensiv. Erfolgreiche Standorte kombinieren direkte Förderinstrumente mit steuerlichen Anreizen und langfristig stabilen Rahmenbedingungen. Es wird daher entscheidend sein, ob es hierzulande gelingt, verlässliche und international wettbewerbsfähige Förderstrukturen zu etablieren, sodass Deutschland künftig stärker an der globalen Wertschöpfung partizipieren kann.