07 Stiftung Digitale Spielekultur

Games verbinden Menschen, eröffnen neue Perspektiven und schaffen Räume für Begegnung, Bildung und Ausdruck. Die Stiftung Digitale Spielekultur lädt Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft dazu ein, die Möglichkeiten des Mediums dort zu nutzen, wo sie gesellschaftlich gebraucht werden.

Mit Austauschformaten und Modellprojekten zeigt die Stiftung, wie digitale Spiele Impulse für Bildung, Erinnerung, demokratisches Handeln und kulturelle Entwicklung setzen können. Ihr Ziel ist es, die gesellschaftlichen Potenziale von Games sichtbar und erfahrbar zu machen – durch Projekte, die Haltung zeigen und Veränderung anstoßen. Gegründet im Jahr 2012 auf Initiative des Deutschen Bundestags und der deutschen Games-Branche, wirkt die Stiftung als Vermittlerin und Impulsgeberin an der Schnittstelle von Games und Gesellschaft. Ihr Gesellschafter ist der game – Verband der deutschen Games-Branche. Begleitet wird ihre Arbeit von einem interdisziplinären Beirat, dessen 14 Mitglieder unter anderem Bundesministerien, Bildungsorganisationen sowie der Medien-, Kultur- und Hochschullandschaft angehören. Die folgenden Projekte stehen stellvertretend für die Vielfalt an Themen, denen sich die Stiftung zuletzt gewidmet hat.

Eine 100-prozentige Gründungsquote unterstreicht den Erfolg des Press Start: Gründungsstipendium Games.

Mit dem Bildungs- und Vernetzungsprogramm des „Press Start: Gründungsstipendium Games“ hat die Stiftung 132 ausgewählten Spiele-Entwicklerinnen und -Entwicklern ein maßgeschneidertes Angebot zur Ausbildung von Gründungskompetenzen geboten. Vom Frühjahr 2025 bis Sommer 2026 unterstützte der Dreiklang aus Workshops, Mentoring und Networking die Stipendiatinnen und Stipendiaten auf ihrem Weg zum eigenen Spielestudio– und das mit durchschlagendem Erfolg: Eine Gründungsrate von 100 Prozent belegt den positiven Effekt der passgenauen Fördermaßnahme, die zur Etablierung von 75 neuen Studios in Deutschland beigetragen hat. Zu den inhaltlichen Highlights des Programms zählten Gemeinschaftsauftritte auf Events wie der gamescom, dem Games Ground oder der GG Bavaria sowie Nominierungen und Auszeichnungen von Stipendienprojekten beim Deutschen Computerspielpreis und Deutschen Entwicklerpreis. Gefördert wurde das von game-Verband und Stiftung gemeinsam organisierte Stipendium vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Mit ihren Bildungsprojekten schafft die Stiftung neue Zugänge zum Lernen und Lehren.

Mit ihren Bildungsprojekten schafft die Stiftung neue Zugänge zum Lernen und Lehren und setzt sich zur Stärkung von Medienkompetenz und anderen Future Skills bei Kindern und Jugendlichen ein. Das Projekt „Schule mit Games gestalten NRW – Demokratie und Teilhabe spielend fördern“ unterstützt Schulen in Nordrhein-Westfalen, mithilfe digitaler Spiele die politische Mündigkeit und die Reflexion von Vergangenheit bei Jugendlichen zu fördern. Das Angebot umfasst außerdem Methoden zum barrierearmen Einsatz von Games. Das im Projekt erprobte Unterrichtsmaterial richtet sich an Lehrkräfte mit wenig Games-Vorerfahrung und steht kostenlos in der Bildungsmediathek NRW und auf der Website der Stiftung zur Verfügung. Initiiert und gefördert wurde das Projekt vom Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen. Neben dem jüngsten Projekt in NRW betreibt die Stiftung viele weitere Bildungsaktivitäten auf Regional- oder Bundesebene, z. B. die vom Medienboard Berlin-Brandenburg geförderten „Projekttage Games“, die 2025 u. a. vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg mit dem Anerkennungspreis „Medienkompetenz stärkt Brandenburg“ ausgezeichnet wurden. Im Rahmen der Projekttage finden an Berliner und Brandenburger Schulen Workshops statt, die Lerninhalte und Zukunftskompetenzen mithilfe von Games vermitteln und Jugendlichen Einblicke in digitale Berufsbilder ermöglichen.

Games und ihre Communitys leben von Austausch, Beteiligung und Zusammenhalt – eine perfekte Voraussetzung, um gesellschaftliches Engagement in die Breite zu tragen. Um mehr über die Schnittpunkte von Games und Zivilgesellschaft zu erfahren, hat die Stiftung Digitale Spielekultur, unterstützt durch die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt, das White Paper „Spielend Engagement gestalten“ erarbeitet. Die Veröffentlichung diskutiert anhand von Fallbeispielen und Interviews, welche Chancen und Herausforderungen es beim Einsatz von Games gibt. Abgerundet wird die Bestandsaufnahme mit praxisnahen Tipps für zivilgesellschaftliche Organisationen.