Interview

Interview zum Esports Nations Cup

Deutschland nimmt am Esports Nations Cup teil, an dem sich mehr als 100 Länder und Regionen beteiligen werden und der erstmals im November 2026 stattfinden soll. Gemeinsam organisieren der Deutsche Olympische Sportbund, der E-Sport-Bund Deutschland, die esports player foundation (epf) und der game – Verband der deutschen Games-Branche die deutsche Nationalmannschaft, die in unterschiedlichsten Disziplinen antreten soll.

Otto Fricke

Vorstandsvorsitzender Deutscher Olympischer Sportbund

F: Wieso engagiert sich der DOSB auch ohne Olympics im E-Sport?

E-Sport und Gaming sind längst Teil der Lebensrealität junger und jung gebliebener Menschen und sind fester Bestandteil unserer Gesellschaft. Der Anspruch des DOSB ist es, diese Entwicklungen im Sportumfeld nicht nur zu beobachten, sondern aktiv mitzugestalten – gerade dann, wenn es um Werte, Verantwortung, Gemeinschaft und den Aufbau von Strukturen geht. Unabhängig von den Entscheidungen und Diskussionen im IOC geht es uns darum, den Mitgliedsorganisationen Orientierung zu geben, Chancen zu nutzen und E-Sport so mitzugestalten, dass Fairness, Integrität, Teilhabe und Gemeinwohl im Mittelpunkt stehen. Um diesen Auftrag umzusetzen, hat der DOSB eine eigene gemeinwohlorientierte Gesellschaft gegründet.

F: Für die deutsche Nationalmannschaft kooperiert der DOSB mit ESBD, epf und game. Was zeichnet diese Konstellation aus?

Das Besondere an dieser Konstellation ist, dass die unterschiedlichen Akteure verschiedene Blickwinkel und Erfahrungen in das Projekt einbringen. Wir als DOSB bringen die Perspektive des organisierten Sports und der Verbandsstrukturen ein, der ESBD die fachliche Nähe zum E-Sport-Ökosystem, die esports player foundation die Expertise in Athletenförderung und Talententwicklung und game die enge Verbindung zur Games-Branche. Diese besondere Kombination schafft eine belastbare Grundlage, um die Nationalmannschaften professionell, verantwortungsvoll und zukunftsorientiert aufzustellen. Es geht nicht allein um sportlichen Erfolg, sondern auch um standardisierte Rahmenbedingungen, Sichtbarkeit und nachhaltige Strukturentwicklung.

F: Der DOSB hat eine eigene Organisation für den E-Sport gegründet: Was soll diese künftig leisten?

Die DOSB E-Sport gGmbH muss vor allem dazu beitragen, dass der DOSB im E-Sport handlungsfähig, anschlussfähig und strategisch gut aufgestellt ist. Sie handelt nach einem klaren Wertekompass und schafft so die Möglichkeit, Themen fokussierter zu bearbeiten, Partnerschaften zu entwickeln und Projekte wirksam umzusetzen. Dabei geht es sowohl um die Unterstützung konkreter Maßnahmen – etwa im Bereich der Nationalmannschaften – als auch um strategische Themen wie Governance, Kooperationen, Qualifizierung und die Anbindung an den organisierten Sport.

„E-Sport und Gaming sind längst Teil der Lebensrealität junger und jung gebliebener Menschen und sind fester Bestandteil unserer Gesellschaft.“