Umwelt- und Klimaschutz in der deutschen Games-Branche

Für die deutsche Games-Branche spielen die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen eine wichtige Rolle. Ob Spiele-Entwickler oder Publisher, E-Sport-Veranstalter, Bildungseinrichtung oder Dienstleister aus dem Games-Bereich: Gerade beim Umwelt- und Klimaschutz ist die Dringlichkeit des Themas klar. Die große Mehrheit der Unternehmen engagiert sich deshalb mit entsprechenden Projekten, um nachhaltiger zu wirtschaften und dafür zu sensibilisieren. Dazu gehören beispielsweise Maßnahmen im Bereich Energie, umweltfreundliche Verpackungskonzepte oder auch die Thematisierung von Umwelt- und Klimaschutz in den Spielen selbst. Die Unternehmen organisieren ihr Engagement dabei sehr unterschiedlich: Einige haben intern kleine „Green-Teams“ gebildet, die entsprechenden Maßnahmen entwickeln und umsetzen. Bei anderen wird das Thema durch die Geschäftsführung gestaltet.

Auch uns als game – Verband der deutschen Games-Branche sowie unseren fünf Tochtergesellschaften sind Nachhaltigkeit und insbesondere Umwelt- und Klimaschutz wichtige Anliegen. Wir haben all unsere Arbeitsprozesse durchleuchtet und optimiert, sodass wir in der Geschäftsstelle bereits seit 2021 klimaneutral arbeiten durch Vermeidung, Reduktion und Kompensation. Über ClimatePartner unterstützen wir hierfür Klimaschutzprojekte wie „Saubere Kochöfen“ in Nyungwe, Ruanda oder das Projekt „Meeresschutz“ zur Entfernung von Plastik aus Ozeanen. Dabei kompensieren wir die CO2-Emissionen, die unter anderem durch den Geschäftsbetrieb, Arbeitswege der Mitarbeitenden und Geschäftsreisen angefallen sind, und sich derzeit noch nicht vermeiden lassen.

Seit Juni 2021 sind wir zudem Teil der „Playing for the Planet Alliance“, einer Kooperation der Vereinten Nationen mit der Games-Branche, die 2019 auf dem UN-Klimagipfel in New York gegründet wurde und vom UN-Umweltprogramm (UNEP) unterstützt wird. Die Mitglieder verpflichten sich zu konkreten, messbaren Nachhaltigkeitsmaßnahmen wie der Reduktion von CO₂-Emissionen oder der Integration von Umweltbotschaften in Spielen. Herzstück der Alliance ist der jährliche Green Game Jam, bei dem Studios Umweltaktionen direkt in ihre Spiele einbetten: 2025 sammelten über 55 teilnehmende Studios für den Naturschutz Spenden. Darüber hinaus stellt die Alliance ihren Mitgliedern Werkzeuge wie einen CO₂-Rechner und einen Leitfaden zur Erreichung von Netto-Null-Zielen zur Verfügung.

Und auch bei unserer gamescom, dem weltgrößten Games-Event, wird Nachhaltigkeit großgeschrieben: Im Rahmen der Nachhaltigkeitsinitiative „gamescom goes green“ ist die gamescom seit 2020 das erste klimafreundliche Games-Event und eine der ersten Veranstaltungen dieses Ausmaßes mit einem solch umfassenden Konzept. So werden jedes Jahr weitere Nachhaltigkeitsmaßnahmen umgesetzt, auch um die CO₂-Emissionen weiter zu reduzieren. Für das Kern-Events werden die noch verbleibenden Emissionen in Kooperation mit dem Klimaexperten ClimatePartner zu 100 Prozent kompensiert. Ausstellende können ebenfalls über ClimatePartner einen freiwilligen Beitrag leisten, um Emissionen auszugleichen, die etwa durch den Standbau oder die Anreise entstehen. Besuchende erhalten zudem die Möglichkeit, durch das „Green Ticket” ebenfalls einen freiwilligen Klimaschutzbeitrag zu leisten und unterstützen damit den weiteren Ausbau des gamescom forest nahe Bayreuth, der mittlerweile auf über 33.000 Quadratmeter angewachsen ist. Darüber hinaus werden auf der gamescom zahlreiche weitere Nachhaltigkeitsmaßnahmen getroffen: kostenfreie Tickets für den Nahverkehr, Kooperationen mit Organisationen etwa zur Pfandspende, zur Zweitverwertung von Standbaumaterialien oder zu Lebensmittelspenden, Einsatz nachhaltiger Materialien oder übergreifenden Maßnahmen des Mitveranstalters Koelnmesse für mehr Nachhaltigkeit auf dem Messegelände in Bereichen wie Logistik, Energieversorgung und Mobilität. Die fortlaufenden Entwicklungen werden dabei auf gamescom.global transparent gemacht.

Wir alle wissen, welche enorme gesellschaftliche Herausforderung durch den Klimawandel vor uns liegt, und arbeiten auf verschiedenen Wegen daran, als Games-Branche unseren Beitrag dazu zu leisten.