Verbände begrüßen Kabinettsentscheidung für Gemeinnützigkeit von E-Sport

Verbände begrüßen Kabinettsentscheidung für Gemeinnützigkeit von E-Sport

Berlin, 10 September 2025 – E-Sport-Vereine sollen ab dem 1.1.2026 als gemeinnützig behandelt werden. Nachdem ein erster Textentwurf Anfang der Woche noch insbesondere wesentliche rechtliche Probleme mit sich brachte, wird der finale Regierungsentwurf vom game – Verband der deutschen Games-Branche, dem E-Sport-Bund Deutschland (ESBD) und dem Landessportbund Nordrhein-Westfalen nun sehr begrüßt. Neben der Würdigung von E-Sport und den Vereinen, die E-Sport gemeinwohlorientiert betreiben wollen, wird gleichzeitig die Autonomie sowohl des E-Sports als auch des klassischen Sports durch die Regelung gewahrt. Nachdem die Gemeinnützigkeit für E-Sport erstmals bereits 2018 im Koalitionsvertrag genannt wurde, wird sie mit diesem Gesetzesentwurf nun tatsächlich auf den Weg gebracht, muss dafür aber im parlamentarischen Verfahren noch final verabschiedet werden.

Felix Falk, Geschäftsführer des game: „Der heutige Kabinettsbeschluss ist das langerwartete und wichtige Signal für den E-Sport-Standort Deutschland. Die jetzt gefundene Lösung zur Gemeinnützigkeit hilft dem E-Sport und dem Sport. Damit können sich die Vereine endlich gemeinnützig engagieren. Besonderer Dank gilt Finanzminister Lars Klingbeil und Games-Ministerin Dorothee Bär. Wir zählen jetzt auf den Deutschen Bundestag, diese gesellschaftspolitische Würdigung von E-Sport auf den Weg zu bringen.“

Christopher Flato, ESBD-Präsident: „Heute ist ein historischer Tag für den E-Sport in Deutschland. Mit der Anerkennung der Gemeinnützigkeit erhält der E-Sport endlich die rechtliche und gesellschaftliche Anerkennung, für die wir und viele andere seit vielen Jahren gekämpft haben. Diese Entscheidung schafft die Grundlage, dass E-Sport-Vereine in ganz Deutschland die gleichen Chancen haben wie traditionelle Sportvereine: Sie können besser fördern, ausbilden und integrative Arbeit leisten. Gleichermaßen erhalten Sportvereine nun endlich die rechtliche Sicherheit, um nachhaltige Angebote im E-Sport zu schaffen. Davon profitieren nicht nur unsere Athletinnen und Athleten, sondern auch Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die über den E-Sport Gemeinschaft, Wertevermittlung und Teilhabe erleben. Wir bedanken uns ausdrücklich bei allen politischen Entscheidungsträgern, die diesen wichtigen Schritt ermöglicht haben und blicken gespannt auf die endgültige Umsetzung durch den Bundestag.“

Jens Wortmann vom Landessportbund Nordrhein-Westfalen: „Mit dem Kabinettsentwurf setzt die Bundesregierung die angekündigte Gemeinnützigkeit des E-Sports um. Besonders zu begrüßen ist, dass die Bundesregierung die Kritik verschiedener Verbände am Referentenentwurf aufgegriffen hat und der Vorschlag nun wesentlich praxistauglicher ist, gerade auch für Sportvereine. Die Betonung des Jugendschutzes, aber auch der Potenziale des E-Sports für Gesundheitsförderung, Suchtprävention und Stärkung der Sozialkompetenz ist ebenfalls positiv zu bewerten.“

game – Verband der deutschen Games-Branche

Wir sind der Verband der deutschen Games-Branche. Unsere Mitglieder bilden das gesamte Games-Ökosystem ab, von Entwicklungs-Studios und Publishern bis hin zu E-Sport-Veranstaltern, Bildungseinrichtungen oder Institutionen. Als Mitveranstalter der gamescom verantworten wir das weltgrößte Event für Computer- und Videospiele. Wir sind Gesellschafter der USK, der Stiftung Digitale Spielekultur, der esports player foundation, der game events und der Verwertungsgesellschaft VHG sowie Träger des Deutschen Computerspielpreises. Als zentraler Ansprechpartner für Medien, Politik und Gesellschaft beantworten wir alle Fragen etwa zur Marktentwicklung, Spielekultur und Medienkompetenz. Gemeinsam machen wir Deutschland zum Herzen der Games-Welt. Wir bereichern mit Games das Leben aller Menschen.

ESBD – E-Sport-Bund Deutschland e.V.

Der ESBD – E-Sport-Bund Deutschland e.V. – repräsentiert bundesweit den organisierten E-Sport und seine Sportlerinnen und Sportler in Deutschland. Als Fachsportverband ist der ESBD der zentrale Ansprechpartner für die sportliche Ausgestaltung von E-Sport und die Belange der Athleten in dem Bereich. Für seine Mitgliedsorganisationen aus Spitzen- und Breitensport des E-Sports sowie aus dem Veranstaltungswesen bildet der ESBD eine Plattform, auf der sportliche und gesellschaftliche Herausforderungen behandelt werden. Der ESBD unterhält in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Bayern sowie Niedersachsen bereits Landesverbände, weitere Untergliederungen des ESBD sind in Planung.

Landessportbund Nordrhein-Westfalen e. V.

Der Landessportbund NRW e.V. (LSB NRW) ist der sportartenübergreifende Zusammenschluss der Sportfachverbände, der Stadt- und Kreissportbünde sowie der sonstigen Sportverbände aus Nordrhein-Westfalen. Als größte Personenvereinigung in Nordrhein-Westfalen vertritt der LSB NRW mit seinen insgesamt 132 Mitgliedsorganisationen die Interessen von über 5,5 Millionen Sporttreibenden in den landesweit rund 17.200 Sportvereinen. Bezogen auf den E-Sport versteht sich der Landessportbund gemeinsam mit seiner Sportjugend als Vordenker innerhalb des Deutschen Sports. Im Rahmen eines vierjährigen, durch das Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen geförderten Modellprojektes hat die Sportjugend NRW systematisch die Integration von E-Sportangeboten in Sportvereine erprobt und evaluiert und darauf aufbauend Handlungsempfehlungen entwickelt. Ferner wurden Beratungs- und Schulungsangebote zum E-Sport für Sportvereine geschaffen.



Martin Puppe
+49 30 240 87 79 20