Häufig gestellte Fragen zu Esport – FAQ

1. Was ist Esport?

Esport ist ein besonders dynamisch und stark wachsendes globales Phänomen der Games-Kultur und eine Bewegung von Millionen Menschen im digitalen Zeitalter. Im Esport findet ein Wettbewerb zwischen zwei oder mehr Personen mithilfe von Computer- und Videospielen unter festgelegten Regeln statt. Die Computer- und Videospiele müssen kompetitiv gegen menschliche Mitspielerinnen und Mitspieler ausgetragen werden können, um sich grundsätzlich als Esport-Titel zu eignen. Zudem haben alle Teilnehmer dieselben Bedingungen; das Gameplay darf nicht durch vorprogrammierte, zufällige Mechaniken in das Spielgeschehen eingreifen. Ein synonymer Begriff ist „competitive gaming“. Sub-Genres gibt es beispielsweise mit „SimRacing“ bei Rennspielen.

 

2. Um welche Spiele handelt es sich?

Nur sehr wenige Games erreichen eine so große Community verbunden mit einer so langen Lebensdauer, dass sie zu erfolgreichen Esport-Titeln werden. Die beliebtesten Esport-Titel sind Echtzeitstrategiespiele bzw. Multiplayer Online Battle Arena-Spiele (MOBA) wie Dota 2 oder League of Legends und Taktik-Shooter wie Counter-Strike: Global Offensive (CS: GO). Sportsimulationen wie FIFA oder Pro Evolution Soccer (PES) sind zwar sehr beliebte Gaming-Titel, spielen als Esport aber global eine vergleichsweise kleine Rolle, was Zuschauer angeht.

 

3. Wie unterscheidet sich Esport von Gaming?

Wenn Computer- und Videospiele kompetitiv gegen menschliche Mitspielerinnen und Mitspieler gespielt werden können, eignen sie sich grundsätzlich als Esport-Titel. Nicht jeder Gamer betreibt Esport, wenn ein Spiel online oder lokal gegen Mitspieler gespielt wird. Erst mit der Teilnahme an Ligen oder anderen Wettbewerben unter regelhaften Bedingungen wird Gaming zu Esport.

 

4. Und was ist dann eGaming?

Ein Esport-Titel definiert sich nicht durch die Darstellung, sondern vor allem durch die Spielmechanik, die ein kompetitives Spiel mit Teamwork und Taktik ermöglicht. Derzeit hat die Führung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) für sich eine andere Definition gefunden: Spiele, die klassische Sportarten darstellen (z.B. Fußball), bezeichnet der DOSB als „virtuelle Sportsimulationen“. Andere kompetitiven Spielen wurden dagegen als „eGaming“ eingestuft und würden nicht dem Sportbegriff des DOSB entsprechen. Diese Einteilung in „virtuelle Sportsimulationen“ und „eGaming“ ist aber sachfremd und steht im völligen Kontrast zum Selbstverständnis der Spielerinnen und Spieler. Sportsimulationen können genauso wie Strategiespiele oder Action-Spiele als Esport-Titel funktionieren. Und die wenigsten Sportsimulation werden auch als Esport-Titel genutzt.

 

5. Ist Esport Sport?

Im Mittelpunkt von Esport stehen Wettstreit, Teamgeist und Fairplay. Spitzen-Esportlerinnen und -Esportler trainieren regelmäßig unter professionellen Bedingungen. Trotz zahlreicher Parallelen zum klassischen Sport ist Esport einzigartig, etwa bei seiner Ausübung oder auch der Organisation. Daher ist die Frage, ob Esport Sport ist, nicht entscheidend. Stattdessen muss es in der aktuellen Diskussion darum gehen, Esport als gesellschaftliches Phänomen ernst zu nehmen und die Rahmenbedingungen für eSportlerinnen und eSportler – sowohl in der Spitze als auch in der Breite – in Deutschland zu verbessern.

 

6. Warum sollen Esport-Vereine den Gemeinnützigkeitsstatus erhalten? Die Preisgelder sind doch sehr hoch?

Bei der Forderung nach der Gemeinnützigkeit von Esport-Vereinen geht es allein um Amateur-Vereine. Finanziell profitieren davon unmittelbar weder die Entwicklerstudios und Publisher noch Veranstalter oder Profi-Teams. In den Amateur-Vereinen wird – wie in anderen Vereinen auch – gemeinsam trainiert, es werden Trainingspläne entwickelt, Nachwuchsarbeit betrieben und soziale Projekte wie Medienkompetenztrainings initiiert. Sie bieten damit ein Gemeinschaftserlebnis und sind Anlaufstelle sowohl für Jugendliche als auch für Eltern, aber auch für ältere Spielerinnen und Spieler. Die Vereine übernehmen Verantwortung füreinander und für die Gesellschaft, beispielsweise bei der Medienkompetenzvermittlung sowie der Vermittlung sozialer Kompetenzen. Um diese Entwicklung zu befördern, das große gesellschaftspolitische Potenzial zu heben und eine Gleichbehandlung mit anderen Vereinen zu ermöglichen, müssen diese Vereine als gemeinnützig anerkannt werden.

 

7. Wird in manchen Esport-Titeln Gewalt verherrlicht?

Gewaltverherrlichende oder gewaltverharmlosende Darstellungen sind gemäß §131 StGB verboten. Darüber hinaus werden auch jugendgefährdenden bzw. indizierungsrelevanten Inhalten unterhalb der Grenze zum Strafrecht keine Kennzeichen der USK erteilt. Computer- und Videospiele, die keine USK-Freigabe erhalten, dürfen Minderjährigen nicht zugänglich gemacht werden. Darüber hinaus gilt der Jugendschutz selbstverständlich für alle Esport-Titel. Bei Esport-Veranstaltungen gelten demnach Altersbeschränkungen, die sich unter anderem nach den gezeigten Spielinhalten, der Uhrzeit oder anderen Faktoren richten. Vergleichbare Regelungen gibt es auch für andere Sportarten, wie beispielsweise beim Boxen oder bei Sportschützen. Die Einhaltung des jeweils geltenden Mindestalters setzen Vereine und Veranstalter zuverlässig durch.

 

8. Wie passen Esport und die individuelle Gesundheit der einzelnen Spieler zusammen?

Wer in seiner Esport-Disziplin erfolgreich sein will, muss auch körperlich fit sein, um während der Partien stets konzentriert und reaktionsschnell sein zu können. Zu einem ganzheitlichen Training gehören daher auch Ausdauer- und Fitnessübungen, Ernährungsberatung oder mentales Training. Erfolgreich wird nicht, wer nur möglichst viel spielt. Profiteams sind dabei Vorreiter und zugleich Vorbilder für alle Spielerinnen und Spielern. Die neu gegründete Esport player foundation, die Talente in ihrer Laufbahn und durch ganzheitliches Training fördert, setzt hier klare Zeichen.

 

9. Was ist der Unterschied zwischen game esports und dem ESBD?

game esports ist die Vereinigung der game-Mitglieder, die sich aktiv mit Esport beschäftigen. Hierzu gehören vielfältige Akteure des Esport-Ökosystems wie Spiele-Entwickler, Publisher, Veranstalter oder Agenturen. Der ESBD ist dagegen der Fachsportverband, der die Spielerinnen und Spieler, Teams sowie Veranstalter vertritt. game und ESBD arbeiten eng zusammen, um den Esport-Standort Deutschland zu stärken. Manche Positionen sind dabei deckungsgleich, andere unterscheiden sich.

Sebastian Steinbach
Referent Politische Kommunikation & Esport
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