Esport Visum

Deutschland ist Heimat und Austragungsort international renommierter Esport-Wettkämpfe. Daher sind professionelle Esportlerinnen und Esportler sowie deren Trainerstab darauf angewiesen, möglichst bürokratiefrei für die Teilnahme an Turnieren, an einer Liga sowie für das Training nach Deutschland einreisen und für die Dauer des Trainings und der Veranstaltung in Deutschland verbleiben zu können. Aufgrund von Antritts- und Preisgeldern benötigen EU-Drittstaatenangehörige grundsätzlich einen Aufenthaltstitel zum Zwecke einer Erwerbstätigkeit (§ 4 Abs. 1 Aufenthaltsgesetz). Geschäfts- oder touristische Besuchsvisa reichen nicht aus. Ein entsprechender Aufenthaltstitel konnte bis Herbst 2018 nur mit Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit (BA) erteilt werden. Seitdem wurde sowohl der kurz- als auch der langfristige Aufenthalt für Esportlerinnen und Esportler sowie deren Trainerteam erleichtert.

Kurzfristiger Aufenthalt

Esport wird entsprechend des Visumhandbuchs des Auswärtigen Amts als „Veranstaltung mit sportlichen Charakter“ nach § 22 Abs. 1 Nr. 1 der Beschäftigungsverordnung subsumiert. Demnach benötigen Esportlerinnen und Esportler sowie deren Hilfspersonal keine Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit, um einen Aufenthaltstitel zu erlangen. Voraussetzung ist, dass der Aufenthalt nicht länger als 90 Tage innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten dauern darf:
 

Keiner Zustimmung bedarf die Erteilung eines Aufenthaltstitels an [..] Personen einschließlich ihres Hilfspersonals, die unter Beibehaltung ihres gewöhnlichen Wohnsitzes im Ausland in Vorträgen oder in Darbietungen von besonderem wissenschaftlichen oder künstlerischen Wert oder bei Darbietungen sportlichen Charakters im Inland tätig werden, wenn die Dauer der Tätigkeit 90 Tage innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten nicht übersteigt

Langfristiger Aufenthalt

Der langfristige Aufenthalt wird ebenfalls über die Beschäftigungsverordnung geregelt. Seit April 2020 ist es für Esportlerinnen und Esportler leichter, den benötigten Aufenthaltstitel zu erhalten. Personen, die Esport ausüben, sollen unter bestimmten Voraussetzungen keine Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit bedürfen, um einen Aufenthaltstitel zu erlangen. Die nötigen Voraussetzungen werden in § 22 der Beschäftigungsverordnung beschrieben:
 

Keiner Zustimmung bedarf die Erteilung eines Aufenthaltstitels an […] Personen, die eSport in Form eines Wettkampfes zwischen Personen berufsmäßig ausüben und deren Einsatz in deutschen Vereinen oder vergleichbaren an Wettkämpfen teilnehmenden Einrichtungen des eSports vorgesehen ist, wenn sie

 

a) das 16. Lebensjahr vollendet haben,
b) der Verein oder die Einrichtung ein Bruttogehalt zahlt, das mindestens 50 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze für die gesetzliche Rentenversicherung beträgt, und
c) der für den eSport zuständige deutsche Spitzenverband die berufsmäßige Ausübung von eSport bestätigt und die ausgeübte Form des eSports von erheblicher nationaler oder internationaler Bedeutung ist

 
Auf Bundesebene wird E-Sport in Deutschland durch den eSport-Bund Deutschland (ESBD) sowie game esports, der Vereinigung von Esport-Mitglieder innerhalb des game – Verband der deutschen Games-Branche, vertreten. Als Fachsportverband repräsentiert der ESBD bundesweit sowohl professionelle E-Sport-Teams als auch Breitensportvereine sowie deren Athletinnen und Athleten. Zu den Mitgliedern von game esports gehören Games-Entwickler, Plattformanbieter und Dienstleister. In beiden Verbänden sind Veranstalter vertreten. Um Esport in seiner spezifischen Gesamtheit gerecht zu werden, arbeiten beide Verbände vertrauensvoll und eng zusammen. Dies gilt auch für die notwendigen Umsetzungen im Rahmen der Beschäftigungsverordnung. Beide Verbände bilden eine gemeinsame Arbeitsgruppe, um gemeinsam das Verfahren der Bestätigung der „berufsmäßigen Ausübung“ festzulegen sowie die „erhebliche nationale und internationale Bedeutung“ von Wettkämpfen zu definieren. Die gemeinsame Arbeitsgruppe beauftragt den ESBD mit der Umsetzung, der als zentraler Ansprechpartner für die zuständigen Ministerien und Antragssteller im Hinblick auf die konkrete Umsetzung der Beschäftigungsverordnung dient.
 
Weitere Informationen zum Antragsverfahren sind im Antragsportal auf der Webseite des ESBD hinterlegt.

Sebastian Steinbach
Referent Politische Kommunikation & Esport
+49 30 240 8779 21