Unsere Forderungen

Angesichts der hohen gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Relevanz von Esport muss allen politischen Entscheiderinnen und Entscheidern daran gelegen sein, die Rahmenbedingungen für alle Esport-Akteure bestmöglich auszugestalten. Dabei ist die Frage, ob Esport Sport ist, nicht entscheidend. Trotz zahlreicher Parallelen zum klassischen Sport ist Esport einzigartig, etwa bei seiner Ausübung oder auch der Organisation.

In vielen Bundesländern wurden erste Schritte zur Förderung von Esport unternommen. Nichtsdestoweniger existieren weiterhin Vorbehalte gegenüber Esport und Hürden, die bei der weiteren Entwicklung von Esport hinderlich sind.

Im Positionspapier von game esports sind konkrete politische Maßnahmen aufgeführt, die nötig sind, um die Situation von Esport in Deutschland weiter zu verbessern:

  • Die Anerkennung der Gemeinnützigkeit für Vereine mit Esport-Angebot
  • Die Schaffung besserer Voraussetzungen in Ländern und Kommunen
  • Die Förderung von Talenten
Anerkennung der Gemeinnützigkeit für Vereine mit Esport-Angebot

In ihrem Koalitionsvertrag schrieb die Regierung aus SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP fest: „Wir […] machen E-Sport gemeinnützig“. Auch die Vorgängerregierung aus SPD und CDU/CSU hatte sich diese Gleichstellung von Esports mit anderen Vereinen, die sich für die Gemeinschaft engagieren, bereits vorgenommen und zur Enttäuschung der Community nicht umgesetzt. Nun ist es wichtig, diesem Vorhaben endlich konkrete Taten folgen zu lassen.

Denn besonders für Vereine, die Esport ehrenamtlich als Hobby oder semiprofessionell betreiben ist dies essenziell. Sie übernehmen Verantwortung für ihre Mitglieder und für die Gesellschaft, beispielsweise bei der Medienkompetenzvermittlung sowie der Vermittlung sozialer Kompetenzen oder als Ansprechpartner vor Ort. Damit unterscheiden sie sich nicht von anderen Vereinen, die einen als gemeinnützig anerkannten Zweck verfolgen.

Esport sollte in der Abgabenordnung (AO) verankert werden – dem Bundesgesetz, das die steuerrechtliche Gemeinnützigkeit regelt. Denkbar wäre eine neue Ziffer („die Förderung des Esports“) zu schaffen. Denn trotz zahlreicher Parallelen zum klassischen Sport ist Esport einzigartig, etwa hinsichtlich der Ausübung oder auch der Organisation. Derzeit droht Sportvereinen, die sich in ihrer Satzung auf Ziffer 21 („die Förderung des Sports“) beziehen, allerdings der Verlust der Gemeinnützigkeit, wenn sie Esport neben dem regulären Programm anbieten. Daher sollte Esport in der „Sportziffer“ der AO genannt werden, ohne eine Gleichstellung mit dem Sport umzusetzen. Das bedeutet eine Ergänzung in § 52 Absatz 2 Ziffer 21 der AO um „Esport“ hinter der Klammer: „die Förderung des Sports (Schach gilt als Sport) und des Esports“

Bessere Voraussetzungen in Ländern und Kommunen

Kommunen und die lokale Wirtschaft profitieren davon, wenn Ligen oder Turniere in den Städten stattfinden. Besonders interessant für die Kommunen sind Esport-Turniere von großer europäischer Bedeutung oder von Weltrang, die große Effekte für den Einzelhandel und die Hotellerie – wie bei anderen Großevents auch – nach sich ziehen. Aufgrund dieser positiven Effekte von Esport muss der lokalen Wirtschaftsförderung daran gelegen sein, aktiv um die Austragung von Esport-Veranstaltungen zu werben und diese zu unterstützen. Dafür müssen auch geeignete Veranstaltungshallen, die sich oft in kommunaler Hand befinden, für sämtliche Esport-Veranstaltungen genutzt werden können.

Ein erfolgreicher Esport-Standort ist offen für alle Esport-Turniere, unabhängig vom Genre der gespielten Games. Vorbehalte, die häufig Jugendschutzaspekte betreffen, bestehen zu Unrecht. Die Atmosphäre bei Esport-Events ist über alle Fan-Gruppierungen hinweg friedlich und die Erfolge von konkurrierenden Teams werden honoriert und von allen Fans gefeiert. Selbstverständlich gilt der Jugendschutz für alle Esport-Titel. Gewaltverherrlichende oder gewaltverharmlosende Darstellungen in Spielen sind grundsätzlich gemäß § 131 StGB verboten. Alle relevanten Esport-Titel haben eine Altersfreigabe der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK).

Förderung von Talenten

Esport lebt von den Talenten, die auf Weltklasse-Niveau spielen und eine hohe Bekanntheit erlangen und auch immer Botschafterinnen und Botschafter ihrer Heimat sind. Deutschland muss daher daran gelegen sein, bestmögliche Bedingungen für die Entwicklung von Esports- Talenten zu schaffen, um auch im Bereich Esport einen Spitzenrang einzunehmen und die Bundesrepublik als attraktiven Esport-Standort zu präsentieren

Dafür bedarf es professioneller Trainingsbedingungen, einer Förderung von physischer Fitness und gesunder Ernährung, einer dualen Karriereplanung (Ausübung von Esport und Beruf) und eines Medien- und Social- Media-Trainings. Entsprechende Initiativen – wie beispielsweise die esports player foundation – sollten daher in Deutschland noch stärker unterstützt werden.



Maren Raabe
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