Games-Förderung

Computer- und Videospiele sind eine der innovativsten kulturellen Ausdrucksformen und als Kulturgut anerkannt. Ihre Technologien und Mechanismen finden heute weit über den Kultur- und Unterhaltungssektor hinaus Anwendung, von der Automobilindustrie bis zum Gesundheitswesen. Im Vergleich zu Ländern wie Kanada, Großbritannien oder Frankreich, die umfangreiche, nachhaltige und erfolgreiche Games-Fördersysteme aufgebaut haben, war Deutschland als Standort für Games-Entwicklung ohne entsprechende Strukturen auf Bundesebene bislang nicht international wettbewerbsfähig. Zuletzt fiel der Marktanteil von Computer- und Videospielen von deutschen Unternehmen auf unter fünf Prozent auf dem heimischen Markt.
 
Die Bunderegierung aus Union und SPD hat sich daher im Koalitionsvertrag die Einführung eines Games-Fonds vorgenommen, der die Entwicklung von Computer- und Videospielen in Deutschland fördern soll, um internationale Wettbewerbsfähigkeit zu erreichen. Seit 2019 sind 50 Millionen Euro für dieses Projekt vorgesehen, für dessen Umsetzung sich das Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur (BMVI) verantwortlich zeichnet. Durch eine erste vorgezogene Maßnahme konnten im Sommer 2019 Anträge für eine De-minimis-Beihilfe bis 200.000 € pro Unternehmen in drei Jahren gestellt werden. Ein substanzielles, planbares Förderprogramm wird im Anschluss an eine notwendige EU-Notifizierung im Winter erwartet. Dieses Programm soll systematisch und spezifisch Spiele-Entwicklungen in Deutschland fördern und die derzeitigen Wettbewerbsnachteile gegenüber Standorten wie Großbritannien, Frankreich und Kanada abbauen.
 
Einige Kernpunkte dazu sind bereits veröffentlicht:

  • Förderung als nicht rückzahlbarer Zuschuss
  • Gefördert werden Prototypen oder Produktionen
  • Mindestentwicklungsvolumina bei 30.000 Euro (Prototyp) bzw. 100.000 Euro (Produktion)
  • Förderquote reicht von maximal 50 Prozent (kleinere Vorhaben) bis 25 Prozent (größere Vorhaben)

 
Mit der Computerspielförderung des Bundes sollen Spiele-Entwicklungen in Deutschland systematisch und spezifisch gefördert werden und die derzeitigen Wettbewerbsnachteile gegenüber Standorten wie Großbritannien, Frankreich und Kanada abbauen. Er bildet die Grundlage, Deutschland zu einem international starken und innovativen Standort für die Spieleentwicklung zu machen.
 

Drei Säulen für ein starkes Fördersystem

Die Computerspielförderung des Bundes wird als dritte Säule eine entscheidende Lücke im deutschen Fördersystem schließen.
 
Die erste Säule besteht aus Einzelförderungen und Prämierungen wie dem Deutschen Computerspielpreis (DCP). Zudem ist ein an das Bundesprogramm anschlussfähiger Ausbau der Prototypen- und Projektförderung der Länder sowie die Öffnung bestehender Investitions- und Förderprogramme auch für Games-Unternehmen nötig.
 
Die ideelle Förderung ist die zweite Säule. Im Mittelpunkt stehen hierbei die bessere Vernetzung, Beratung und Sichtbarkeit insbesondere von kleinen Unternehmen und Startups der deutschen Games-Branche. Bestehende Angebote wie die Unterstützung bei Auslands-Messen müssen ausgebaut und um branchenspezifische Aspekte ergänzt werden.

Maren Schulz
Leiterin Politische Kommunikation
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Ina Göring
Referentin Förderung
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