10 Forderungen der Games-Branche

Der game – Verband der deutschen Games-Branche setzt sich für die umfassende Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Games-Branche in Deutschland ein. Kernpunkte der politischen Arbeit sind folgende zehn Forderungen:

1. Games-Förderung des Bundes

Um das Kulturgut Games systematisch zu fördern und dem Games-Standort Deutschland den Anschluss an den internationalen Wettbewerb zu ermöglichen, muss die Bundesregierung die im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD angekündigte Games-Förderung dauerhaft umsetzen. Die wettbewerbsfähige Umsetzung – einfach, planbar und transparent – sowie die Bereitstellung ausreichender und überjähriger Mittel im Bundeshaushalt werden über den Erfolg der Förderung entscheiden.

2. Ganzheitliche Reform des Jugendmedienschutzes endlich umsetzen

Der gesetzliche Rahmen für den Jugendschutz in Deutschland ist nicht mehr zeitgemäß und entspricht nicht dem heutigen Medienkonsum von Kindern und Jugendlichen. Das Jugendschutzgesetz und der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag müssen modernisiert, besser miteinander verzahnt und international anschlussfähig gemacht werden. Ein zeitgemäßer Jugendschutz gibt unter anderem Eltern Orientierung und ist für Anbieter praktikabel.

3. Deutschen Computerspielpreis weiterentwickeln

Der Deutsche Computerspielpreis ist die bedeutendste Auszeichnung für digitale Spiele aus Deutschland. Die beiden Partner Bundesregierung und Games-Branche müssen den Preis gemeinsam kontinuierlich weiterentwickeln. Unter anderem werden bei keinem anderen Kultur- oder Medienpreis der Bundesregierung die Preisgelder von den Unternehmen selbst mitfinanziert. Diese Ungleichbehandlung muss beendet werden.

4. Entwicklungsmöglichkeiten für digitale Wirtschaft erhalten

Neue digitale Geschäftsmodelle brauchen Freiräume, deshalb muss auch in der digitalen Welt ein fairer Interessenausgleich zwischen Verbraucherrechten und unternehmerischer Freiheit gefunden werden. Die Stärkung des mündigen und souveränen Verbrauchers muss Vorrang haben vor neuer Regulierung.

5. Digitalen Binnenmarkt europaweit einheitlich umsetzen

Die Verbreitung digitaler Spiele braucht einen einheitlichen Rechtsrahmen ohne Wettbewerbsverzerrungen. Die Strategie der EU zur Vollendung des digitalen Binnenmarktes ist daher ein wichtiges Vorhaben für die Games-Branche. Die Umsetzung der Reformen im Verbraucher- und Datenschutzrecht und bei der Regulierung des grenzüberschreitenden Vertriebs sollte daher europaweit einheitlich und ohne nationale Alleingänge erfolgen. Dies gilt auch für den Vollzug dieser Regelungen wie beispielsweise bei der Durchsetzung des neuen Datenschutzrechts.

6. Anerkennung von eSports

eSports ist zum Massenphänomen geworden, das sich sowohl als Profisport als auch als Breitensportart rasant wachsender Beliebtheit erfreut. Damit sich eSports optimal entwickeln kann, muss der digitale Sport in Deutschland einen gleichberechtigen Status zum klassischen Sport erhalten, sowohl bei der gesellschaftlichen Akzeptanz als auch in der rechtlichen Anerkennung.

7. Flächendeckende Versorgung mit schnellem Internet zügiger vorantreiben

Die flächendeckende Verbreitung schnellen Internets bestimmt maßgeblich die Zukunft des Games-Standortes Deutschland. Sowohl für die Millionen Spielerinnen und Spieler als auch eine erfolgreiche Games-Entwicklung müssen latenzarme Gigabit-Netze endlich flächendeckend verfügbar sein.

8. Digitale Bildung stärken

Unser Bildungssystem muss besser als bisher digitale Fähigkeiten vermitteln. Hierzu können insbesondere auch Serious Games einen wichtigen Beitrag leisten. Ihr Einsatz in Schule und Ausbildung muss gemeinsam mit der Vermittlung von Medienkompetenz gestärkt werden.

9. Deckung des Fachkräftebedarfs nachhaltig sicherstellen

Der deutschen Games-Branche fehlen hoch spezialisierte, erfahrene Fachkräfte. Da sie in Deutschland nicht in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen, muss die Ausbildungssituation verbessert und der Zuzug dieser Fachkräfte aus dem Ausland erleichtert werden.

10. Internationale Vernetzung stärken, deutsche Messeauftritte modernisieren

Deutsche Förderprogramme zur Erschließung ausländischer Märkte müssen besser auf die Besonderheiten der Kultur- und Kreativbranche abgestimmt werden. Die Messeprogramme müssen für die Games-Branche verstärkt sowie insgesamt modernisiert, flexibilisiert und unter eine einheitliche und ansprechende Dachmarkenkommunikation gestellt werden.

Maren Schulz
Leiterin Politische Kommunikation
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