Clara Janning
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Überblick – Arbeiten in der Games-Branche

Als zentraler Bestandteil der Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland ist die Games-Industrie auch als Arbeitsumfeld interessant. Inklusive der angrenzenden Bereiche wie Handel, Medien oder Wissenschaft sichert sie über 30.000 Arbeitsstellen.

Seit 2012 liegt die Zahl der Beschäftigten in der Kultur- und Kreativwirtschaft bei konstant über einer Million. Doch nur ein sehr kleiner Teil davon arbeitet in der Gamesindustrie. Der game bezifferte die Zahl der Beschäftigten in der Spielebranche auf 12.134 per Stand August 2025. Sie sind entweder mit der Erstellung oder der Vermarktung von digitalen Computer- und Videospielen beschäftigt. Die Anzahl der Beschäftigten ist in der Games-Branche im Vergleich zum Vorjahr rückläufig. Während 2024 noch 12.408 Menschen bei Entwicklern und Publishern beschäftigt waren, sind es 2025 nur noch 12.134 – das entspricht einem Minus von 2 Prozent. Seit Einführung der Games-Förderung auf Bundesebene im Jahr 2019 gab es bei den Beschäftigten ein starkes Wachstum: Von 2020 bis 2024 stieg deren Anzahl um 23 Prozent. Der jetzige Rückgang deutet damit an, dass die wenig planbaren Rahmenbedingungen, Förderantragsstopps und die aktuell nur mit starken Einschränkungen vorhandene Games-Förderung sich auf dem Arbeitsmarkt niederschlagen. Die Ankündigung der Bundesregierung, die Games-Förderung aufzustocken und eine zusätzliche steuerliche Förderung einzuführen, sorgt daher für Hoffnung in der Branche. Seit August 2025 können wieder Förderanträge gestellt werden. Die verbesserten Rahmenbedingungen werden den Games-Unternehmen Rückenwind geben, der sich hoffentlich bald in mehr Unternehmensgründungen und der Schaffung neuer Arbeitsplätze zeigen wird.

Neben den unmittelbar in der Games-Branche Beschäftigten gibt es viele Tausende Arbeitnehmer, deren Job mittelbar mit Games in Verbindung stehen. Dazu zählen beispielsweise Videospielredakteure, die Professoren und Professorinnen der Games-Studiengänge an den Universitäten, die für Games zuständigen Referentinnen und Referenten in der Politik oder auch Mitarbeitende im Fachhandel. Bezieht man sie mit ein, dann steigt die Zahl der Menschen, die ihr Geld mit oder wegen Games verdienen, auf über 30.000 an.

An der Entwicklung der Anzahl der Unternehmen in der deutschen Games-Branche zeigt sich ebenfalls, wie herausfordernd das Umfeld für die Games-Unternehmen zuletzt war. Nach jahrelangem Wachstum gibt es erstmals einen Rückgang. Danach ist die Anzahl der Unternehmen in Deutschland, die Games entwickeln, publishen oder in beiden Bereichen aktiv sind, innerhalb eines Jahres um 4 Prozent auf 910 gesunken. Damit ist der Boom bei Neugründungen in der deutschen Games-Branche, der durch die Einführung der Games-Förderung 2020 ausgelöst wurde, inzwischen vollständig abgeebbt. Bereits im Vorjahr hatte sich das Wachstum deutlich verlangsamt. Zu dem Rückgang führten insbesondere die Konsolidierung des globalen Games-Marktes sowie die nicht zuverlässige Verfügbarkeit der Games-Förderung. Trotz des nun erfolgten Rückgangs ist die Anzahl der Unternehmen seit dem ersten Start der Games-Förderung 2020 um 46 Prozent gestiegen. Von den 910 Unternehmen sind 454 ausschließlich in der Entwicklung aktiv, 52 arbeiten ausschließlich als Publisher. Die übrigen 404 Unternehmen entwickeln und publishen Games.