Als game Schleswig-Holstein sind wir die regionale Vertretung der Games-Branche in Schleswig-Holstein. Schleswig-Holstein möchte zur „digitalen Vorzeigeregion Deutschlands“ werden. Die regionale Games-Branche unterstützt diesen Weg mit ihren digitalen Inhalten und technologischen Entwicklungen „made in Schleswig-Holstein“. Games sind das fortschrittlichste Medium unserer Zeit und seit ihrer Entstehung digital: Sie sind gleichermaßen Kulturgut, Wirtschaftsfaktor sowie Innovationsmotor und müssen dringend Teil der Digitalisierungsstrategie des Landes sein. Ihre Technologien und Mechanismen finden weit über den Kultur- und Unterhaltungssektor hinaus Anwendung, von der Logistik bis zum Gesundheitswesen. Zusammen mit den regionalen Akteuren und in enger Kooperation mit Partnern wie der Initiative IF(game)SH engagieren wir uns deshalb für die umfassende Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Games-Branche in Schleswig-Holstein. Unsere vier wichtigsten Forderungen sind:

Einführung einer Games-Förderung (klick)

Bestehende Förderprogramme passen nicht, um die komplexen Projekte von Games-Unternehmen zu unterstützen, da sie die vielen Potenziale von Games zumeist nur auf technologische oder wirtschaftliche Aspekte beschränken und die kulturelle Vielfalt außer Acht lassen. Schleswig-Holstein braucht daher eine spezifische Förderung für Games, wie sie in den meisten Bundesländern (zum Beispiel Bayern oder Nordrhein-Westfalen) bereits erfolgreich existiert. Nur so können gleiche Ausgangsbedingungen in der am dynamischsten wachsenden Medien-Branche im bundesweiten Wettbewerb gewährleistet und die Potenziale für Neugründungen sowie Unternehmens-Ansiedlung noch stärker genutzt werden. Mit einer Förderung durch das Land werden weitere digitale Innovationen, neue Arbeitsplätze und kulturelle Impulse ermöglicht sowie Abwanderungstendenzen in andere Bundesländer verhindert.

Das Portfolio der förderfähigen Maßnahmen für die Games-Branche in Schleswig-Holstein sollte dabei breit aufgestellt sein, damit die ganze Wertschöpfungskette unterstützt werden kann. Das beinhaltet neben der Förderung von Konzepten und Prototypen für junge Unternehmen, auch die Produktion von Games für etablierte Unternehmen sowie den Vertrieb (Marketing- und Veröffentlichungskosten), um die Spiele aus Schleswig-Holstein auch im globalen Markt sichtbar zu machen. Die Förderung von Netzwerkveranstaltungen und Konferenzen (Baltic Dev Days), Investitionsgütern (Hard- und Software, Dev-Kits, Lizenzen), Qualifizierungsmaßnahmen und Beratungsdienstleistungen sowie die Teilnahme an Messen und Konferenzen im In- und Ausland vervollständigen das Angebot für die Branche.

Für die Zukunft muss die Anschlussfähigkeit einer regionalen Förderung zur Bundesförderung gegeben sein. Um die Bundesmittel hochwirksam für Projekte nutzen zu können, müssen die grundsätzlich zulässigen Förderquoten im Land adäquat sein. Nur dann können die positiven Hebeleffekte und weitere regionale Investitionen ihr volles Potenzial auslösen. Auch eine Notifizierung der Games-Förderung bei der EU nach dem Vorbild der Förderung in Bayern und Nordrhein-Westfalen sollte vollzogen werden, damit sie nicht den Beschränkungen durch die De-minimis-Beihilfe-Regelung unterliegen.

Stärkung der Vernetzung (klick)

Das bestehende Ökosystem der Games-Branche in Schleswig-Holstein besteht aus vielen kleinen und mittleren Unternehmen sowie Bildungseinrichtungen und eSports-Akteuren, die über die gesamte Fläche des Landes verteilt sind. Der Bedarf für ein starkes Netzwerk innerhalb der regionalen, nationalen sowie internationalen Games-Branche und der Austausch mit anderen Wirtschaftszweigen ist daher besonders wichtig, um voneinander auf allen Ebenen zu profitieren und als Games-Ökosystem erfolgreich zu wachsen. Wir fordern daher die Einrichtung eines dedizierten Netzwerks für die Games-Branche mit relevanten Mitteln. Dieses sollte separat beim Clustermanagement Digitale Wirtschaft Schleswig-Holstein (DiWiSH) angesiedelt werden und auf das Thema Games fokussiert sein. Zentrale und spezifische Anlaufstellen für die Games-Branche sind entscheidend, um die Branche zu stärken und Netzwerk-Events und Konferenzen finanziell und personell ausreichend auszustatten. Dafür ist die Einrichtung einer Personalstelle nötig, die das Netzwerk-Management, die Beratung von Gründern und die Kommunikation verantwortet.

Elementar ist dabei die Förderung von unterschiedlichen Veranstaltungsformaten, auf denen sich die Branche regional, national und international vernetzen kann. Mögliche Formate sind Vorträge und Workshops in Kombination mit der interaktiven Präsentation von Spielen aus der Region sowie Game-Jams an besonderen Orten Schleswig-Holsteins (Inseln, Schiffe, etc.), die die besondere geografische Lage als Brücke zu Skandinavien nutzen und als Alleinstellungsmerkmal herausstellen. Die Förderung von Leuchtturm-Veranstaltungen mit nationaler und internationaler Strahlkraft wie zum Beispiel den Baltic Dev Days können in Synergie mit anderen wichtigen Events wie der Digitalen Woche Kiel oder der Kieler Woche eine besondere Aufmerksamkeit auf die regionale Branche und ihre Akteure richten.

Engagement in Lehre und Forschung an den Hochschulen (klick)

Dringend benötigte Fachkräfte müssen im Land ausgebildet und gehalten werden, den qualifizierten Nachwuchskräften müssen berufliche Perspektiven in der Region aufgezeigt werden. Hierfür müssen sich die Hochschulen und Universitäten mit den schon heute für die Games-Branche relevanten Studiengängen als Ausbildungs- und Weiterbildungspartner für die Branche aufstellen und zukünftig international ausgerichtete Studiengänge in Game-spezifischen Bereichen wie Game Design und Art, Game Audio sowie Game Development und Production anbieten. Kooperationen zwischen Lehre und Praxis müssen entwickelt und gefestigt werden (zum Beispiel Lehraufträge, Mentoring, Praktika, Abschlussarbeiten).

Vorreiterrolle bei eSports als Breitensport (klick)

Der game Schleswig-Holstein begrüßt die politische Initiative, Schleswig-Holstein zu einem starken eSports-Standort auszubauen. Auf Bundesebene sollte sich das Land für die Gemeinnützigkeit von eSports einsetzen, damit die Vereinsgründungen dem Breitensport gleichgestellt werden.

Veranstaltungen wie die Nordish Gaming Convention, eine der größten LAN-Partys Deutschlands zu der Profi-Athleten und Amateure aus der ganzen Welt nach Husum reisen, sowie das ESL eSports-Event zum weltberühmten Wacken Open Air haben dem Land viel Aufmerksamkeit, ein positives Image und Tourismus-Einnahmen beschert. Solche Veranstaltungen wie auch die eSailing Regatta zu Kieler Woche sollten daher weiter ausgebaut werden. Beim Engagement für eSports sollte immer darauf geachtet werden, dass die Maßnahmen möglichst konkret die Arbeit der Unternehmen der Games-Branche vor Ort unterstützen.

Ansprechpartner

Boris Zander
(seal Media)
Jens Junge
(Spielen.de)
Jens Bahr
(Off The Beaten Track)

Games-Unternehmen in Schleswig-Holstein