Lootboxen in Games

Die Implementierung und Ausgestaltung sogenannter Lootboxen beziehungsweise Beuteboxen in Computer- und Videospielen wird teilweise kontrovers diskutiert. Der game nimmt dies als Verband der deutschen Computer- und Videospielbranche zum Anlass, die häufigsten Aspekte der Debatte einzuordnen.

Was sind Lootboxen?

Der game erkläutert in dem Positionspapier, was Lootboxen sind und welche Funktion sie in Computer- und Videospielen einnehmen: So erweitern Lootboxen die Möglichkeiten der Spieler mit virtuellen Gegenständen und Zusatzinhalten. Die allermeisten enthalten Verkleidungen oder neue Ausrüstungsgegenstände, mit denen die eigene Spielfigur individualisiert werden kann. Der Umfang einer Lootbox ist vor dem Öffnen bekannt, ihr genauer Inhalt jedoch nicht. Je nach Spieldesign erhalten Spieler Lootboxen nicht nur durch das Erreichen bestimmter Spielziele, sondern können diese auch käuflich erwerben. Der Kauf von Lootboxen ist immer freiwillig, zum Erreichen des Spielziels sind sie nicht erforderlich.

Worum geht es in der aktuellen Diskussion?

Weiterhin wird in dem Positionspapier auf die aktuelle Diskussion eingegangen. So steht das Geschäftsmodell sowie die Spielbalance im Mittelpunkt der Diskussion unter Gamern. Durch den Einsatz von Zufallskomponenten kam weiterhin die Frage auf, ob es sich bei Lootboxen um Glücksspiel handeln könnte. Spieler erhalten allerdings für den Kauf von Lootboxen immer einen vorher genannten Umfang an virtuellen Gegenständen und Zusatzinhalten. Lediglich die exakten Inhalte sind nicht bekannt. Damit entsprechen Lootboxen Sammelkarten-Spielen, Panini-Sammelbildern oder Überraschungseiern, unterscheiden sich aber deutlich von Glücksspiel-Mechanismen.

10 Fakten über Lootboxen

    1. Der Kauf von Lootboxen ist immer freiwillig, zum Erreichen des Spielziels sind sie nicht erforderlich.
    2. Lootboxen enthalten meist Verkleidungen oder neue Ausrüstungsgegenstände – spielerische Vorteile erlangen die Spieler in den meisten Fällen dadurch nicht.
    3. Der absolute Großteil der Spieler gibt kein Geld für freiwillige Zusatzangebote aus.
    4. Lootboxen sind kein neues Phänomen. In Games werden sie bereits seit über zehn Jahren eingesetzt.
    5. Computer- und Videospiele werden auch nach ihrer Veröffentlichung weiterentwickelt. Neue Inhalte werden entweder kostenfrei oder – bei umfangreicheren Erweiterungen kostenpflichtig angeboten. Diese Zusatzangebote, zu denen auch Lootboxen zählen, sind eine wichtige, zusätzliche Erlösquelle, um die Preise für Spiele konstant zu halten.
    6. Lootboxen enthalten immer einen vorher genannten Umfang an virtuellen Gegenständen und Zusatzinhalten. Lediglich die exakten Inhalte sind nicht bekannt, so wie auch bei Panini-Sammelbildern oder Überraschungseiern.
    7. Ein Verlust des eingesetzten Geldes, wie bei Glücksspielen elementarer Bestandteil, ist ausgeschlossen. Der Spieler erhält immer einen Gegenwert in Form virtueller Inhalte. Viele Plattformen und Spieleentwickler geben an, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein bestimmter virtueller Gegenstand erworben wird oder planen dies zu tun.
    8. Lootboxen sind für die allermeisten Spieler kein entscheidendes Motivationselement ein Spiel zu spielen. Sie führen daher nicht zum exzessiven Spielen oder exorbitanten Ausgaben.
    9. Eltern können den Kauf von Zusatzinhalten verhindern, indem sie den Kauf systemweit deaktivieren oder keine Kreditkartendaten hinterlegen.
    10. Für Lootboxen in Games existieren klare jugendschutzrechtliche Vorgaben. Vermutete Verstöße können der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) gemeldet werden.

 
Das vollständige Positionspapiers des game ist im beigefügten PDF zu finden.

Maren Schulz
Leiterin Politische Kommunikation
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