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Toxic Behaviour/Hate Speech

Toxic Behaviour und Hate Speech sind in der Games-Branche ein ernstzunehmendes Problem, gegen das entschieden vorgegangen wird. Maßnahmen gegen solches Verhalten liegen auch im Eigeninteresse der Branche und der einzelnen Anbieter, weil toxische Communitys den Ruf eines Spiels schädigen und dies dazu führen kann, dass Spielerinnen und Spieler ein Computerspiel nicht mehr nutzen wollen. 

Den rechtlichen Rahmen für den Umgang mit rechtswidrigen Inhalten auf Plattformen bildet seit Februar 2024 der europäische Digital Services Act (DSA), der in Deutschland durch das Digitale-Dienste-Gesetz (DDG) durchgeführt wird und das frühere Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) abgelöst hat. Starre Löschfristen, wie sie noch das NetzDG vorsah, kennt der DSA zu Recht nicht mehr. Stattdessen setzt er auf Melde- und Abhilfeverfahren („Notice and Action“) und einen nach Art und Größe des Dienstes abgestuften Pflichtenkatalog. Ob und in welchem Umfang Online-Spiele unter den DSA fallen, hängt von ihren konkreten Funktionen ab: Das bloße Spielen stellt keine Vermittlung fremder Inhalte dar, und In-Game-Kommunikation ist in der Regel flüchtig und nicht öffentlich, sodass Hate Speech hier anders als auf Social Media-Plattformen nicht perpetuiert wird. Erst bei Funktionen wie der öffentlichen Verbreitung nutzergenerierter Inhalte können weitergehende Pflichten entstehen. Aus Sicht der Games-Branche kommt es bei der Anwendung des DSA darauf an, dass die Besonderheiten des Mediums berücksichtigt werden und dass Games eben kein Social Media sind.  

Für die vielen spielbegleitenden Foren, in denen es zu toxischem Verhalten kommt, haben Anbieter bereits viele innovative und vor allem wirksame Mechanismen etabliert, um ihre Communities vor Hatern und Trollen zu schützen. In vielen Foren gibt es Community-Manager, die als Vorbild fungieren und toxische Spielerinnen und Spieler auch direkt ansprechen. Bei wiederholten Verstößen gegen die Netiquette werden Accounts zeitweise gesperrt. Auch Shadow Banning hat sich als effektives Mittel gegen unbelehrbare Hater und Trolle bewährt. Diese Regeln werden meist global einheitlich angewandt, so dass Community-Standards auch weltweit etabliert werden. 

Zur Vertiefung hat der Verband eine Beilage in der juristischen Fachzeitschrift MMR veröffentlicht: MMR 08-2025 – Digital Services Act und Games